Ihre Meisterwerkstatt mit dem Service-Plus+

KFZ-WORKSHOP für Frauen

Sehr geehrte Autofahrerin,

unser Workshop richtet sich ausschließlich an Sie als weibliche Verkehrsteilnehmerin. Ich möchte Ihnen den Umgang mit Ihrem Fahrzeug theoretisch wie auch praktisch näher bringen und Gelegenheit zur Praxis geben.Inhalte dieses Workshops sind bei Pannen und kleinen Mängeln, sich selbst helfen zu können, sowie die Pflege und Wartung zu beherrschen.

Ich lade Sie herzlich zu mir ein. Gerne können Sie Freundinnen oder Bekannte mitbringen.

Der nächste Kostenlose Frauen-Workshop finden am Donnerstag den  1.1.2015 um 19:30 Uhr statt.

 

WRD - LOKALZEIT AACHEN

Artikel aus der Aachener-Zeitung

Männliche Pannenhelfer sind entbehrlich

Aachen. In der Haarener Auto-Werkstatt brennt abends noch Licht. Zehn Frauen stehen um einen grünen Golf herum, schauen in das Innenleben unter der Motorhaube. Es ist ein Workshop speziell für weibliche Verkehrsteilnehmer, wie in der Einladung stand. Überprüfung des Ölstands in Motor und Servolenkung, die richtige Reihenfolge beim Anschließen des Überbrückungskabels, natürlich der obligatorische Reifenwechsel sollen nach knapp drei Stunden Autokunde ein Klacks für die Frauen sein. Fähigkeiten, von denen wohl auch so mancher Mann träumt – auch wenn es von denen kaum einer zugeben würde.

Nur ein Blaumann

Die Frauen wissen nur vage, was auf sie zukommt, auch wenn keine von ihnen gezögert hat, sich für den Workshop anzumelden. In Sachen Auto fühle ich mich schon etwas hilflos, erklärt Sonja Heesel, warum sie ihren Feierabend mit Ölmessstab und Reifenmuttern verbringt.

Deshalb sei es gerade gut, dass nur Frauen zum Workshop eingeladen wurden. Mit Männern würde das Ganze doch anders ablaufen, ist sie sich sicher. Auch für Udo Schiffers, Kfz-Mechanikermeister und Werkstattbesitzer, ist es das erste Mal, dass er Frauen in die Geheimnisse der Wartung und der Pannenhilfe einführt – und zwar nicht nur theoretisch. In der Einladung stand deshalb: Bitte tragen Sie alte Kleidung, damit den praktischen Übungen nichts im Wege steht. Tatsächlich ist aber nur Melanie Wartmulla im Blaumann und alter Jacke erschienen – Kleidung, die Werkstattdreck und Ölschmiere problemlos vertragen kann. Vielleicht glauben die Frauen, dass sie sich so die schwarzen Hände ersparen können.

Keine Ausflüchte

Doch Udo Schiffers lässt keine Ausflüchte gelten und bringt fast alle Frauen mit sanftem Druck doch noch ans Praktische: Andrea, jetzt steck mal das Überbrückungskabel an.Andrea Cosler, die mit ihrer Mutter Regina in die Werkstatt gekommen ist, fackelt tatsächlich nicht lange: Die rote Klemme erst an den Pluspol der entladenen Batterie, anschließend an den der Spenderbatterie, dann das schwarze Kabel an die Spenderbatterie und anschließend an ein stabiles Metallteil vom Motor des leeren Wagens – alles so, wie es Schiffers gerade noch erklärt hat.
Über den grünen Golf gebeugt gehen derweil die Lektionen weiter: Stand der Kühlflüssigkeit testen, Einfüllstutzen für das Motoröl finden, Batterieflüssigkeit überprüfen und nach Bedarf auffüllen. Und wenn Sie die Batterie ausbauen wollen… Weiter kommt Schiffers allerdings nicht. Nun lass mal die Kirche im Dorf, interveniert Averesch sofort, während seine Schülerinnen belustigt abwinken. Schließlich wollen die Frauen hier praktische Dinge lernen und nicht utopische Möglichkeiten in Erwägung ziehen.

Ins Zeug gelegt

Praktisch ist allemal der Reifenwechsel. Und deshalb legen sich die Frauen nach anfänglicher Zurückhaltung tatkräftig ins Zeug – schließlich ist man unter sich und muss sich nicht genieren, wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Auch Schiffers gibt beim Anblick von Wagenheber und Mutternschlüssel – dem Bordwerkzeug Marke Fiat – zu: Mit solchem Werkzeug habe ich das auch noch nie gemacht.
 Christine Paulus macht den Anfang: Muttern lösen, Wagenheber ansetzen und hochschrauben, Muttern herausdrehen, Reifen abziehen, Ersatzreifen aufsetzen. Vorausgesetzt, der hat genug Luft, sonst können Sie sich die Mühe sparen, weist Schiffers auf eine weit verbreitete Schwachstelle in der Wartung hin.
So sind die Hände doch noch schwarz geworden – und werden es bei dem ein oder anderen weiblichen Verkehrsteilnehmer vielleicht auch in den nächsten Tagen erneut werden. Denn einige der Frauen haben Blut geleckt. Morgen werde ich erst einmal mein Auto inspizieren, sagt Sonja Heesel und packt gewissenhaft die Workshop-Unterlagen in die Tasche. Auf die Hilfe eines Mannes kann sie nun nämlich verzichten.